Verschwunden: Wo ist Sandra D.?

Foto: Pixabay

Heute auf den Tag genau vor zehn Jahren geschah ein Verbrechen, das bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt wurde. Am 8. September 2012 verschwand Sandra D. aus Eitorf spurlos. Zuletzt gesehen wurde die hübsche Verkäuferin um 22 Uhr, als sie den Supermarkt, in dem sie arbeitete, verließ. Als die 42-Jährige am nächsten Tag nicht an ihrer Arbeitsstelle erschien, meldeten ihre Kollegen – nicht ihr 51-jähriger Ehemann – sie als vermisst. Doch die Frau blieb verschwunden, auch nachdem die Polizei am 18. Oktober eine Suchmeldung herausgegeben und auf eine angebliche Suizidgefährdung hingewiesen hatte. Dann durchsuchte eine Einsatzhundertschaft der Polizei das Krabachtal. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Tötungsdelikt nicht mehr ausgeschlossen. Am 16. November waren Taucher in der Sieg unterwegs – sie fanden keine Spur der Verschwundenen.

Polizei sucht nach der Verschwundenen. (Foto: Pixabay)

Suche nach der Verschwundenen

Am 27. März 2013 wurde der Fall in der Sendung „XY – Aktenzeichen ungelöst“ ausgestrahlt, ohne dass dies zu einen brauchbaren Ergebnis geführt hätte. Am 12. Juni dann durchkämte eine Hundertschaft der Polizei ein Waldstück bei Mittelscheid, ohne auch nur die geringste Spur von der Frau zu entdecken. Doch Anfang August trat plötzlich eine Wendung des Falles ein. Die Polizei erhielt einen entscheidenden Hinweis: die neue Freundin des Ehemannes meldete sich und gab an, dieser habe die Tötung seiner Ehefrau gestanden.

Beim Geschlechtsverkehr soll der gelernte Koch seiner neuen Freundin, die sich als Freundin der Vermissten bewusst an ihn herangemacht hatte, um die Wahrheit herauszufinden, von dem Mord berichtet haben. Der Mann soll gesagt haben, seine Frau in der Nacht mit Beruhigungsmittel betäubt und sie am folgenden Morgen die Treppe hinabgestoßen zu haben. Danach habe er sie ins Schlafzimmer geschleppt und erwürgt. Die Leiche will er in der Küche des Krankenhauses, in der er als Koch arbeitete, stückchenweise entsorgt haben. Am 30. August wurde der Mann festgenommen. In der U-Haft bestritt der Eitorfer jedoch die Vorwürfe. Er habe seiner Freundin das nur erzählt, weil sie Horrorgeschichten mochte, lautete seine Aussage.

Festnahme. (Foto: Pixabay)

Verschwunden geblieben

Ab dem 7. April 2014 musste sich der 51-Jährige an zehn Verhandlungstagen vor dem Bonner Schwurgericht verantworten. Im Juli verurteilte ihn der Richter wegen Totschlags zu elf Jahren Haft. Man glaubte ihm nicht, die Version der Tötung erfunden zu haben, um seiner neuen Freundin zu imponieren. Da es keine Leiche gab, handelte es sich jedoch um einen reinen Indizienprozess. Und der hielt vor dem Bundesgerichtshof nicht stand.

Prozess ohne Leiche. (Foto: Inga Sprünken)

Der Mann war in Revision gegangen und der Fall im Februar 2016 neu verhandelt worden. Die Richter befanden nun, dass die Hauptbelastungszeugin „nicht der erforderlichen kritischen Würdigung“ unterzogen worden sei. Zudem sei im Urteil nicht ausreichend begründet worden, warum den Schilderungen des Angeklagten in dem angeblichen Geständnis nur zum Teil Glauben geschenkt worden war. Zu wenige Indizien wären gefunden und zu früh in Richtung des Ehemanns ermittelt worden. Andere Möglichkeiten seien nicht in Betracht gezogen worden, hieß es in der Begründung des Urteils, das sogar der Staatsanwalt mittrug und auf Freispruch plädierte. Dem folgten die Richter und sprachen den Ehemann im Dezember 2016 frei.

So bleibt das Verschwinden der beliebten Verkäuferin bis zum heutigen Tage ungeklärt. Was mit ihr geschah, bleibt ebenso rätselhaft, wie die Frage nach ihren möglichen Überresten.

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