Tage des Donners

Der Harley Davidson-Club Rüdesheim ist Mitveranstalter. (Foto: Inga Sprünken)

Donnergrollen erschüttert das Land. Doch nicht eine Wettererscheinung ist dafür verantwortlich. Es ist das nicht enden wollende Donnern von Motoren, die an ein Gewitter erinnern. Tausende Biker cruisen an vier Tagen von Fronleichnam bis Sonntag entspannt durch das Rheingau – und sind dabei herzlich willkommen: die Magic Bike Rüdesheim ist zurück. Nach zwei Jahren Corona-Pause findet eins der größten Motorrad- und Harley-Davidson-Treffen in Europa in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Und nach dieser Pause ist es noch herzlicher, als sonst. Jeweils um die 30.000 Besucher strömen zur Magic Bike in die Weinmetropole. Schließlich ist es eine einzigartige Atmosphäre in dem ab der Brömser Burg bis zum Bahnhof für das Festival abgesperrten Stadtbereich.

Von der Brömser Burg bis zum Bahnhof reicht das Festivalgelände. (Foto: Inga Sprünken)

Die Anfänge von Magic Bike auf der Loreley

Wie Friedhelm Giesen vom veranstaltenden Verein Buddies & Bikes erzählt, arbeiten Stadt, Polizei und der örtliche Harley-Davidson-Club für dieses jährlich im Juni stattfindende Event zusammen. „Begonnen hat es 1995 mit einem Treffen an der Loreley“, berichtet Giesen von den Anfängen. Von dem Erfolg war die vierköpfige Orga-Crew selbst überrascht. Es ist der grandiose Mix aus gemeinsamen Motorradausflügen durch das UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal, cooler Musik, angesagten Trade-Stands und außergewöhnlichen Ausstellungen, der nicht nur gestandene Biker fasziniert.

Verrückte Umbauten und Verkaufsstände finden sich auf der Magic Bike. (Foto: Inga Sprünken)

Los geht es jeweils am Donnerstagvormittag auf dem Festivalgelände, wo am offiziellen Harley-Davidson-Stand nagelneue Bikes Probe gefahren werden können. Um 13 Uhr dann versammeln sich Hunderte Biker zur Welterbe-Rundfahrt. Von der in diesem Bereich gesperrten B42 in Assmannshausen aus geht es durch das wildromantische UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal nach Bad Ems – vorbei an Burgen und Schlössern mit atemberaubenden Blicken auf den Rhein. Selbst im Kurort sind die Biker willkommen, denn für sie wird eigens der sonst für den Verkehr gesperrte Innenstadtbereich am Kurpark geöffnet. Am Freitag wiederum lädt der Harley-Davidson-Club Rüdesheim zu einer geführten hundert Kilometer langen Ausfahrt auf die schönsten Motorrad-Routen der Umgebung ein.

Quer durch den Rheingau führen die Ausfahrten bei der Magic Bike. (Foto: Inga Sprünken)

Und am Samstag findet traditionell die legendäre Parade ab Assmannshausen statt. Davon können in diesem Jahr auch die weit über 30 Grad im Schatten die Biker nicht abhalten. Im Corso geht es durch den Rheingau bis nach Hallgarten, umrahmt von Tausenden von Anwohnern und Fans, die den Bikern zuwinken, Fotos machen und Filmchen drehen.

Tausende Motorräder versammeln sich auf der gesperrten Straße zur Ausfahrt. (Foto: Inga Sprünken)

Magic Bike-Corsos durchs Rheingau

Danach versammeln sich die Maschinen entlang der Straße am Rhein in Rüdesheim zur großen Bike-Show, bevor am Abend die schönsten und außergewöhnlichsten Custombikes prämiert werden. Zu den Höhepunkten gehören neben den Ausfahrten die Konzerte. Auf drei Bühnen, der Hauptbühne am ehemaligen Asbachgelände, an der Brömserburg und am Bahnhof gibt es den ganzen Tag über und bis spät in die Nacht Auftritte von rund 20 Bands und Solokünstlern.

Motorräder soweit das Auge reicht in Rüdesheim. (Foto: Inga Sprünken)

Die AC/DC Coverband Hellsbells und die Metalsängerin Doro Pesch sorgen am ersten Abend für Stimmung. Am nächsten Abend lässt die Rammstein Tribute Band StahlZeit es auf der Hauptbühne mit einer sensationellen Pyro-Show richtig krachen. Street Food, Biker-Verkaufsstände inklusive der Möglichkeit, sich gleich vor Ort ein Tattoo stechen zu lassen sowie ein spektakuläres Musikfeuerwerk schließen das Festival ab.

Verrückt und wild ist die Magic Bike in Rüdesheim. (Foto: Inga Sprünken)

Ob enthusiastische Biker oder Festivalbegeisterte, die Kombi aus heißen Maschinen, mitreißender Musik, Genuss und friedlichem Sehen-und-Gesehen-werden zieht jedes Jahr Zehntausende Magic-Bike-Besucher in ihren Bann. Trotz der großen Anzahl der Biker kam es in der Vergangenheit erst einmal zu einem Unfall. Bei der letzten Magic Bike in 2019 stürzte ein Motorradfahrer in einer Baustelle zwischen Lorch und Assmannshausen auf dem Weg zur Aufstellung zur Parade. Ansonsten gilt die Magic Bike als eins der friedlichsten Motorrad-Treffen überhaupt.

Und da die meisten Hotels und Campingplätze in Rüdesheim schon Monate vorher ausgebucht sind, empfehlen wir den Ebenthaler Ponyhof. Er liegt sehr idyllisch drei Kilometer oberhalb des Festivalgeländes zwischen Rüdesheim und Assmannshausen. Die Familie Bender, die den Ponyhof mit Campingplatz betreibt, bietet während der Magic Bike jeweils einen Shuttle zum Festivalgelände bis zwei Uhr nachts an. Allerdings ist der Ponyhof im Jahr 2019 abgebrannt, so dass auf dem Campingplatz derzeit nur autarke Camper (allerdings mit Strom) übernachten können. Aber der Hof wird wieder aufgebaut. Wir drücken die Daumen, dass es bis zur nächsten Magic Bike wieder Sanitärgebäude gibt.

Auf Youtube gibt es zwei Videos zu den Ausfahrten:

https://www.youtube.com/shorts/r-U1FhEoOMY

https://www.youtube.com/shorts/1CGcJaLfjDY

Eine Legende für Fans: die Boss Hoss. (Foto: Inga Sprünken)

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