Dieses Hochwasser ist schon fast vergessen. Der Rhein trat im Januar 2011 über seine Ufer. Dazu kam die Kälte. Die einsetzende Schneeschmelze bei sinkenden Temperaturen von bis zu 14 Grad sowie starke Regenfälle an den Nebenflüssen des Rheines führten zu Überschwemmungen. Insbesondere die Mosel brachte gigantische Wassermassen in den Rhein. Auf Europas am stärksten befahrener Binnenwasserstraße ruhte der Schiffsverkehr. 8,91 zeigte damals der Kölner Pegel an. Nicht nur die Mosel. Auch Agger und Sieg verließen ihr Flussbett. Das ist nichts Ungewöhnliches.

Die Katastrophe von 1784
Der höchste Pegelstand in Köln war im Jahre 1784. Zum Glück waren die Menschen damals vorbereitet. Es gab auch keine Katastrophen wie beim Sommerhochwasser im Juli 2021 an der Ahr. Im Jahr 1374 wurde erstmals dokumentiert, dass der Rhein wie immer über seine Ufer trat. Vorher war das so selbstverständlich, dass keine Notiz darüber nötig war. 10,35 Pegel wurde seinerzeit mit den früher technischen Möglichkeiten gemessen. Knapp 400 Jahre später kam es dann in Köln und Mülheim zur Katastrophe: Bei 13,55 Kölner Pegel starben 63 Menschen in den Fluten. Es sind sehr wahrscheinlich noch viel mehr gewesen, da früher die Statistik nicht so genau war. Dieser Pegelstand im Jahr 1784 gilt bis jetzt als der höchste, der je in Köln gemessen wurde. Zum Zeitverständnis: Fünf Jahre später war die französische Revolution.

Wie immer im Januar
Zuverlässig ist das Januarhochwasser in Köln. Am Donnerstag, 6. Januar 2022, wurde ein Rheinwasserstand von 6,78 m Kölner Pegel (KP) gemessen. Der Fluß trat zwar über sein Ufer, doch große Schäden richtete das Hochwasser diesmal nicht an. Wenige Tage später hatte sich der Rhein schon wieder in sein Flussbett zurückgezogen. Und im nächsten Jahr ist wieder zu erwarten, dass der Pegel steigen wird. Die Menschen am Fluss müssen mit den Bewegungen der Natur leben. Dazu gehört Hochwasser im Frühjahr und Niedrigwasser im Sommer.
