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Freizeit und Reisen

Halloween: Wenn die Toten umgehen

Halloween: Wenn die Toten kommen.

Halloween: Wenn die Toten umgehen
Die Zeiten ändern sich. Während bis in die 1980er Jahre in Deutschland Halloween so gut wie unbekannt war, ziehen heute auch hier die Kinder von Tür zu Tür und verlangen „Süßes oder Saures“. In Deutschland wurde einst in erster Linie am 1. November Allerheiligen gefeiert. Von Papst Gregor IV im Jahr 835 im Kalender festgelegt, gedachte die Kirche an diesem Tag der heilig gesprochenen Frauen und Männer.

Die Ursprünge des „Festum omnium sanctorum“ (Fest der Heiligen) gehen sogar zurück bis ins vierte Jahrhundert. Damals wurde der „Herrentag aller Heiligen“ noch am am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Heute gedenken an diesem gesetzlichen Feiertag Gläubige nicht nur ihrer Heiligen, sondern auch der Verstorbenen.

Halloween ist eine keltische Tradition

Auch Halloween bezieht sich darauf, denn es heißt aus dem Englischen übersetzt „All hallows Eve“ (Abend vor Allerheiligen). Der Brauch, diese Nacht zu feiern, stammt insbesondere aus dem katholisch geprägten Irland. Einwanderer brachten ihn in die neue Welt, die Vereinigten Staaten.

Schon die Kelten feierten das heidnische Samhainfest. Es gehört zusammen mit Imbolg (Geburt des Lichts oder Maria Lichtmess am 1. Februar), Beltane (1. Mai, keltischer Sommeranfang) und Lughnasadh (1. August, Erntefest und Herbstanfang) eines der vier großen heidnischen Feste. Samhain wurde am Vorabend in der Nacht zum 1. November gefeiert. Die Kelten glaubten, an diesem Tag kämen die Toten zurück. Darum zündeten sie große Feuer an, machten Umzüge mit abschreckenden Kostümen und kleinen Gaben, um die bösen Geister zu besänftigen.

Halloween kam in den 1990er Jahren nach Deutschland

Seit den 1990er Jahren schwappten die Halloween-Bräuche aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland. Heimatliche Bräuche vermischten sich damit. Dazu gehört etwa das Rübengeistern oder Traulicht. Dabei zogen Kinder im Süddeutschen, aber auch in der Eifel Ende Oktober mit ausgehöhlten und mit Kerzen beleuchteten Futterrüben durch die Dörfer.

Noch in den fünfziger Jahren gab es auch Umzüge mit Rüben, die auf Stecken befestigt waren. Die Rübengeister wurden einst aus der Not geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg zogen hungrige Kinder um die Dörfer, denn in der Zeit Nach der Ernte bis Weihnachten hatten die Tagelöhner keine Arbeit mehr und die Kinder bettelten um Essen.

Kürbisse verdrängten die Rüben

Doch die Kürbisse verdrängten die Rüben, da sie leichter zu schnitzen sind und weil kaum noch Futterrüben angebaut werden. In den Vereinigten Staaten kamen die Kürbisse von Anfang an zum Einsatz. Ausgehöhlt und zu gruseligen Masken geschnitzt, werden sie mit einem Licht beleuchtet und vor die Türen gestellt.

Kürbisse spielen auch bei einem der größten Familienfeste in den Vereinigten Staaten eine Rolle: Thanksgiving. Es ist ein staatlicher Feiertag und wird am vierten Donnerstag im November als eine Art Erntefest gefeiert. Es erinnert an das Pionierleben der Pilgerväter. In Kanada wird das Fest am zweiten Montag im Oktober gefeiert.

Halloween begeistert Klein und Groß

An Halloween jedenfalls ziehen Kinder, verkleidet als Gespenster oder Monster, von Tür zu Tür und fordern Süßigkeiten. Das geht auf die keltische Tradition zurück, bei der die bösen Geister mit kleinen Gaben besänftigt werden sollten. Aber auch Erwachsene machen sich heutzutage gerne einen Spaß und gehen als Monster und Hexen verkleidet zu Halloween-Partys.

Die Verkleidung geht auf den keltischen Glauben zurück, der besagte, dass sich an Samhain die Toten auf die Suche nach den Lebenden machen, die im nächsten Jahr sterben sollten. Die furchterregenden Kostüme sollen sie abschrecken, ebenso die Feuer, die angezündet werden. Der Handel sprang auch in Deutschland auf den Halloween-Trend auf und versorgt die Menschen seither mit allerlei nützlichen Artikeln wie Gummi-Spinnen, Totenschädeln und Kürbissen aus Kunststoff. Und jede Menge Halloween-Kostüme füllen die Regale der Geschäfte.

Halloween-Partys im Umkreis

Auch im Rhein-Sieg-Kreis gibt es Halloween-Partys. So etwa im Hotel Landsknecht (Schaukelkeller), Westerwaldstr. 184 in Hennef-Uckerath. Auch im Bürger- und Kulturzentrum kabelmetal in Windeck-Schladern wartet eine Halloween-Party eher auf jüngere Gäste.

In Königswinter-Oberpleis gibt es eine Halloween-Party im Rock-Club M7, Wingertsbitze 2 und in Bonn-Endenich in der Harmonie wird ebenfalls gefeiert. Diese Angebote richten wieder mehr an die Baby-Boomer-Generation. Auf jüngere Gäste wartet das Festival „Halloween rockt“ in Borod (Westerwald, Nähe Altenkirchen). Auch viele Kneipen wie etwa das „Jägerheim“ am Marktplatz in Eitorf öffnen ihre Türen. Hier gibt es Live-Musik.

Den Grusel für daheim gibt es beim Film „Halloween Ends (#link zum Film)„: „Um mit der Vergangenheit abzuschließen, schreibt Laurie ihre Memoiren. Sie wohnt bei ihrer Enkelin Allyson und verarbeitet den Tod ihrer Tochter. Allyson freundet sich indes mit dem Außenseiter Corey an.“

Weitere Geheimnisse des Rheinlandes und der Welt entdecken Sie in unserem Buch: “Geschichte(n) aus dem Rheinland“, erschienen im BoD-Verlag, ISBN-13: 9783755781349, erhältlich für 17,99 Euro im Buchhandel.

Mehr Grusel gibt es hier: https://rheinland-reporter.de/die-hexe-im-verlassenen-tal/

von Inga Sprünken
Schlagworte: Eifel, Geheimnis, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinland-Pfalz, Siebengebirge
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