Oldtimer überrollen Eitorf beim ersten Siegtaler Autotreffen
Gestern, am 12. April 2026, fand in Eitorf erstmals das Siegtaler Autotreffen statt – und lockte zahlreiche Auto-Enthusiasten mit ihren Oldtimern ins Siegtal. Veranstaltungsort war das Gelände rund um die Waschstraße TopCarWash im Gewerbegebiet Im Auel. Für einen Tag verwandelten sich das Firmengelände und benachbarte in einen Treffpunkt für Liebhaber motorisierter Klassiker.

„Wir haben 320 Fahrzeuge ausgestellt. Ohne die Fahrzeuge auf den umliegenden Geländen“, sagt Daniel Fußwinkel. Der Inhaber der Waschstraße TopCarWash ist selbst autobegeistert und plante schon länger eine derartige Veranstaltung. In diesem Jahr erstellte sein Mitarbeiter Marcel einfach einen Flyer „und wir haben losgelegt“, berichtet der Auto-Fan, der von der großen Resonanz positiv überrascht war.

Auch Trabis waren als Oldtimer vertreten
Etwa 1150 Besucher hatten sich zwischen 10 und 17 Uhr auf dem Gelände der Waschstraße und der umliegenden Firmen eingefunden. Denn Feld Maschinenbau, Baegersport, Wipperfeld, Lackiertechnik Henriet und Wintec Autoglas unterstützten die Oldtimer-Veranstaltung nach Kräften. „Ich gehe von über 500 Fahrzeugen aus“, sagt Fußwinkel auch im Hinblick auf die Parkplätze von REWE, Netto und Hagebaumarkt, auf denen sich ebenfalls historische Fahrzeuge einfanden.

Überall blitzte der Lack und röhrten die Motoren klassischer Fahrzeuge bei dem markenoffenen Treffen, das sich sowohl an Eigentümer von Oldtimern als auch von Youngtimern richtete. Vom gepflegten Klassiker bis zum individuell umgebauten Fahrzeug war alles vertreten. Der Eintritt war frei. Zu finden waren neben mehreren Trabis etwa Schätzchen wie ein Ford Modell A Fordor 1931, der in unmittelbarer Nähe der alten Antonov platziert war. Das historische Flugzeug, das auch von innen besichtigt werden kann, gehört zur Firma Feld Maschinenbau GmbH, die es dauerhaft auf ihrem Firmengelände stehen hat.

Der Ford GT 40 fuhr bei Le Mans
Wie sich ein V8-Motor anhört, konnten die Besucher bei einem Ford GT 40 MK1, einer Replika aus 1969, feststellen. Das Rennwagenmodell gewann ab 1966 vier Jahre in Folge das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Henry Ford II stieg damit wieder in den internationalen Rennsport ein. Weitere Schätzchen waren etwa ein Porsche 914 von 1970, ein NSU Typ 67 von 1968, ein VW Käfer 1303 von 1978, ein DKW von 1954, ein MG von 1978, ein VW Porsche 914 von 1973 oder ein Borgward Isabella Coupe von 1960.

Blicke zog auch ein ockerfarbenes Gefährt auf sich, das sich als Krankenfahrstuhl Duo 4/1 aus DDR-Zeiten herausstellte. Er wurde hergestellt vom VEB Fahrzeugbau im Jahr 1967. Die Geschichte des Klorollenhutes hatte eine Ausstellerin an ihrem historischen Mercedes ausgestellt. Dessen Motorhaube war gespickt mit gehäkelten Klorollenhüten. Die handgemachten Überwürfe für Toilettenpapierrollen waren vor allem in den 1950er- bis 1970er-Jahren ein fester Bestandteil vieler Autos. Was heute kurios wirkt, hatte damals ganz praktische und kulturelle Gründe.

Klorollen-Hüte auf einem Mercedes
Mit dem Aufschwung des Automobils im Wirtschaftswunder wurde das Auto mehr als nur ein Fortbewegungsmittel: Es entwickelte sich zu einem persönlichen Raum, der ähnlich wie das eigene Zuhause gestaltet wurde. Gleichzeitig war es üblich, auf längeren Fahrten Toilettenpapier dabeizuhaben. Um die Rolle vor Sonne und Schmutz zu schützen und sie optisch ansprechender zu machen, entstanden die dekorativen Überwürfe. Gefertigt wurden sie meist in Handarbeit.

Ab den 1980er-Jahren verschwanden die Klorollenhüte zunehmend aus dem Straßenbild. Der Geschmack änderte sich, Autos wurden moderner und schlichter gestaltet, und die verspielten Handarbeiten galten bald als altmodisch oder kitschig. Heute tauchen sie gelegentlich wieder auf – meist mit einem Augenzwinkern als Retro-Deko oder auf Oldtimer-Treffen wie diesem.

Ein gelungener Auftakt eines Oldtimer-Treffens
Oldtimer-Treffen sind weit mehr als bloße Ausstellungen alter Autos – sie sind lebendige Zeitreisen. Hier kommen Liebhaber klassischer Fahrzeuge zusammen, um Automobile vergangener Jahrzehnte zu präsentieren, zu bestaunen und sich auszutauschen. Im Mittelpunkt stehen Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind. Ob glänzende Limousinen aus den 1950ern, robuste Nutzfahrzeuge oder charmante Kleinwagen – jedes Modell erzählt seine eigene Geschichte.

Ein Krankenfahrstuhl aus DDR-Zeiten.
Die entspannte Atmosphäre und die Vielfalt der Geschichten und Fahrzeuge machten das erste Siegtaler Autotreffen zu einem gelungenen Auftakt. Von liebevoll restaurierten Klassikern bis hin zu neueren Szene-Fahrzeugen war für jeden Geschmack etwas dabei. Mit dem erfolgreichen Start dürfte das Siegtaler Autotreffen das Potenzial haben, sich als fester Bestandteil der regionalen Eventszene zu etablieren – eine Fortsetzung ist laut Daniel Fußwinkel bereits in Planung.
Tipp: Wer gerne mal ein historisches Oldtimer-Rennen sehen möchte, der sollte im August nach Römö fahren.
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