Die chinesische Mauer in Deutschland

Limes

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<p style=Der Niedergermanische Limes soll Teil des Weltkulturerbes werden. Dieser Antrag wurde jetzt an die Unesco gestellt, so die dortige Ständige Vertretung der Bundesrepublik. Damit soll an eine Grenze erinnert werden, die um 15o nach Christi Geburt entstand. Er ähnelte der chinesischen Mauer, war jedoch nicht so solide gebaut. Und wie in Fernost erfüllte er seinen Zweck auch nicht. Er diente eher zur Abschreckung. Der Limes bildete in römischer Zeit die Grenze zwischen den römischen Provinzen und dem freien Germanien. In Rheinland-Pfalz treffen zwei dieser Grenzen aufeinander. Zusätzlich befindet sich im Vinxtbachtal, etwa 15 km südlich von Remagen, die innerrömische Grenze zwischen den Provinzen Ober- und Niedergermanien. Der von der niederländischen Nordseeküste kommende Niedergermanische Limes endet an dieser Stelle. Auf dem rechten Rheinufer bei Rheinbrohl beginnt der Obergermanisch-Raetische Limes.

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Die Wachtürme des Limes wurden nachgebaut. (Foto: Lindemann)

Zahlreiche Militäranlagen

An beiden Strecken bauten die Römer zahlreiche Militäranlagen unterschiedlicher Größe. An die 30.000 Sodaten waren am Limes stationiert.  Der Obergermanisch-Raetische Limes zeichnet sich durch eine Befestigung aus, die aus einem System aus Wall und Graben sowie einer hölzernen Palisade bezeihungsweiser einer Mauer besteht. Eine solche Befestigung besitzt der Niedergermanische Limes nicht. Hier bildet der antike Rheinverlauf eine natürliche Grenze gegen das freie Germanien. Aus diesem Grund wird der Niedergermanische Limes auch als „Nasser Limes“ bezeichnet.

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Vom Pulverberg hinab ins Rheintal kann man vom nachgebauten Limes-Wachturm blicken. (Foto: Lindemann)

Gute Chancen

Der Antrag  gilt als aussichtsreich, da andere Teile der Grenze des römischen Imperiums bereits Bestandteil des Weltkulturerbes sind. Zusammen mit dem Hadrianswall und Antoninuswall in Großbritannien, seit 1987 und 2008 UNESCO-Welterbe, sowie dem 550 km langen Obergermanisch-Raetischen Limes, seit 2005 UNESCO-Welterbe, würde der Niedergermanische Limes die grenzüberschreitende Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reichs“ in Europa komplementieren. So der Antrag.

Unterwegs am Limes

Erste Legionen wurden unter Kaiser Augustus (regierte 31 v. Chr.-14 n. Chr.) am Rhein stationiert. Zur Grenze entwickelte sich der Fluss unter Kaiser Tiberius (regierte 14-37 n. Chr.). Insgesamt hatte der Niedergermanische Limes etwa 400 Jahre lang Bestand. Der Verein Deutsche Limes-Straße wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes eine Touristikroute für Autofahrer zu schaffen. Mit inzwischen über 90 Städten, Märkten und Gemeinden sowie zahlreichen Landkreisen und Touristikgemeinschaften als Mitglieder unterhält der Verein unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters der Stadt Aalen nicht nur die Deutsche Limes-Straße, sondern auch den danach eingerichteten Deutschen Limes-Radweg.

800 Kilometer langer Radweg

Die Limes-Straße, die sich zwischenzeitlich zu einer der erfolgreichsten Ferienstraßen Deutschlands entwickelt hat, führt über rund 820 km von Bad Hönningen am Rhein durch Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern bis Passau an der Donau. Dabei kommt der Reisende wie auf dem über 800 km langen Radweg durch ganz unterschiedliche Naturlandschaften und trifft neben den römischen Denkmälern auch auf viele Sehenswürdigkeiten anderer Epochen. Dabei wird er durch spezielle Wegweiser und Hinweisschilder, die auf besondere Denkmäler und Vermittlungsorte hinweisen, geleitet.

http://www.limesstrasse.de

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