Tückische Ruhe vor der zweiten Welle

Hochwasser

Der Rhein hat nur kurz Luft geholt. Am Donnerstag, 4. Februar, wurde um 6 Uhr ein Rheinwasserstand von 8,21 Metern am Kölner Pegel (KP) in der Altstadt gemessen. Um 12 Uhr waren es schon wieder 8,24 Meter. Der Rhein hat sich mit seinem Hochwasser nicht zurückgezogen; er hat nur kurz Luft geholt. Das bestätigen auch die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB). Der mächtige Strom breitet sich schon wieder aus. Am Freitag, 5. Februar, wird um 6 Uhr ein Rheinwasserstand von 8,45 Kölner Pegel (KP) erwartet. Ein Spiel von zehn Zentimetern ist nicht ausgeschlossen. Noch dringen stetig beachtliche Wassermassen von den Nebenflüssen in den Rhein ein. Er steigt deswegen immer weiter.

Das Wasser schwappt über die Ufer

Hochwasser
Der Yachthafen in Köln-Zündorf ist durch das Hochwasser längst übergelaufen. (Foto: Lindemann)

Die StEB arbeiten zurzeit auf Hochtouren. Ein Aktionsplan legt genau fest, was zu tun ist. Ab 8,30 Meter KP wird die Schifffahrt auf dem Rhein eingestellt. Das wird entweder heute Nacht oder morgen der Fall sein. Die Promenade in der Kölner Altstadt ist seit dem Pegelstand von 8,10 Metern schon längst überflutet. Im Rahmen des Hochwasserschutzkonzepts wurden für Köln umfangreiche bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt. Heute umfasst der Hochwasserschutz circa 70 Kilometer Rheinuferlänge. Als wichtiger Bestandteil dieser Hochwasserschutzlinie gelten fast elf Kilometer mobile Wände, so die StEB.

Eingriff ins Ökosystem

Hochwasser
Wie Mangroven stehen die Bäume im Hochwasser. (Foto: Lindemann)

Die Natur hat sich auf das Hochwasser eingestellt. Seitdem es Flüsse gibt, tritt Wasser über die Ufer. Die Menschen, die dort leben, störte das. So wurde im Jahr 1817 mit den Planungen für eine Rheinbegradigung begonnen. Sie wurde in großen Teilen bis zum Jahr 1882 durchgeführt. Ingenieur Johann Gottfried Tulla war maßgeblich beteiligt. Damals wusste man noch nicht, dass das Begradigen des Flusses mit der Trocknung der Überschwemungzonen ein nicht wieder gut zu machender Eingriff in die sensiblen Ökosysteme ist. Durch fehlenden Retentionsraum wird es noch verstärkt.

Tückische Strömung bei Hochwasser

Auf dem Rhein sind zurzeit einige Kanufahrer unterwegs (siehe Bild oben). “Die Strömung ist tückisch”, so ein Jugendlicher, der gerade sein Kanu aus dem Wasser zieht. Man müsse “höllisch aufpassen”, das man auch da ankomme, wo man hinwolle.

Katastrophenalarm ab Pegel 10,70

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