Sensation: Von Köln aus zu den Sternen

Die Boing 747 SP wurde eigens umgebaut. (Foto: NASA)

Eine Premiere gibt es ab heute Nachmittag am Flughafen Köln/Bonn: SOFIA , die fliegende Sternwarte von DLR und NASA ist von Hamburg aus heute am Flughafen angekommen. Sie bleibt für sechs Wochen. Und das ist eine Sensation, denn zum ersten Mal seit Aufnahme des wissenschaftlichen Betriebs im Jahr 2014 wird eine vollständige Flugkampagne der SOFIA von Deutschland aus durchgeführt. Ihr Name ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben: Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie.

“Das Infrarot-Observatorium SOFIA ist eines der größten deutschamerikanischen Projekte zur Erforschung des Weltraums und unterstreicht, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der NASA für uns ist“, erläutert Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur. Dr. Paul Hertz, Leiter der Abteilung Astrophysik im Wissenschafts-Direktorat der NASA, ergänzt: „Wir nutzen SOFIAs Fähigkeit, von nahezu jedem Ort der Welt aus zu beobachten, um überzeugende astronomische Untersuchungen durchzuführen.”

Köln/Bonn hatte sich für die Mission beworben

Köln/Bonn hatte sich als Standort beworben und den Zuschlag für die Mission erhalten. Das Flugzeug steht normalerweise in Palmdale in Süd-Kalifornien. Ein 40-köpfiges Projektteam und viele externe Beteiligte haben das Wissenschaftsvorhaben in Köln durchgeplant. Das Flugzeug ist eine umgebaute Boeing 747SP, allerdings eine kürzere und leichtere Version mit einer größeren Flughöhe. An Bord befindet sich ein 17 Tonnen schweres Teleskop, der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von 2,7 Meter. Erst neulich entdeckte SOFIA auf der sonnenbeschienenen Seite des Mondes Wassermoleküle.

Eine schwergewichtige Mission: Der Spiegel des Radioteleskops wiegt 1,7 Tonnen. (Foto: DLR)

Das Teleskop wurde von deutschen Ingenieuren und Wissenschaftlern entwickelt und gebaut. Die NASA bringt das Flugzeug in das Kooperationsprojekt ein. SOFIA erforscht die Entwicklung von Milchstraßensystemen sowie die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Sonnensystemen aus interstellaren Molekül- und Staubwolken. Die fliegende Sternwarte beherbergt regelmäßig auch zwei deutsche Fern-Infrarot-Instrumente, das hochauflösende Spektrometer GREAT (German Receiver at Terahertz Frequencies) und das abbildende Linienspektrometer FIFI-LS (Far Infrared Field Imaging Line Spectrometer). Im Fokus liegen dabei Hinweise auf den Ursprung der so genannten kosmischen Strahlung und Erkenntnisse über die Prozesse bei der Entstehung massereicher junger Sterne.

 

Mission bis März geplant

Für die aktuelle Mission, die bis zum 16. März geplant ist, sind circa zwanzig Forschungsflüge für astronomische Beobachtungen in einer Höhe von elf bis 13 Kilometern über Westeuropa und dem Nordatlantik vorgesehen. Diese Höhe ist nötig für die Infrarot-Beobachtung, da in der Stratosphäre kein Wasserdampf existiert. Für die Mitarbeiter der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden im derzeit ungenutzten Terminal 2 dazu Arbeits- und Laborplätze eingerichtet.

Eine bittere Pille gibt es allerdings für die Fluglärmgegner: Die Flüge finden nachts statt. Der Abflug erfolgt am frühen Abend und die Rückkehr vor Sonnenaufgang. Die Flugrouten gehen von Deutschland bis über den Atlantik, über Skandinavien bis zum Mittelmeer. Dafür wurde eine behördliche Sondergenehmigung erteilt. Das SOFIA-Projekt wurde bereits in der Sitzung der Fluglärmkommission am 24. September vorgestellt.

Weitere Infos über die Mission gibt es unter www.sofiaxcgn.de.

Der Aufbau des Flugzeuges für die Mission. (Foto: DLR)

 

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