General Boxhohn und die Eiche

Tausendjährige Eiche

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Die tausendjährige Eiche in der Wahner Heide liegt schon seit einigen Jahren flach auf dem Boden. 1000 Jahre war sie eigentlich nie alt, aber wenn mehrere Generationen von Menschen einen solchen Baum sehen, dann wird er irgendwie in den Erzählungen immer älter. Meist sind diese Bäume “nur” um die 600 Jahre alt. “Wenn nur ein kleiner Bruchteil der angeblich tausendjährige Eichen in Deutschland wirklich so alt sind, wäre das ein Wunder”, meinte Dieter Steinwarz, Leiter der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises einmal auf einer Erkundungstour durch die Heide.

Wahner Heide
Am 23. März 2019 wurde neben dem verrottenden Stamm eine Traubeneiche gepflanzt, die besser mit Sommerhitze umgehen kann. (Foto: Lindemann)

General im goldenen Sarg

Der Baum wurde auch Boxhohner Eiche genannt. Denn vor Urzeiten soll hier einst der heute untergegangene Ort Boxhohn gelegen haben. Er hat seinen Namen von einem General, der sich zu Zeiten Bonifatius in einem goldenen Sarg unter einem mächtigen Hügel in der Wahner Heide hat bestatten lassen. Die Stelle soll in der Nähe des heutige Hühnerbruchs gelegen haben. Gefunden wurde der sagenumwobene Goldschatz bis heute aber nicht. Die Eiche, die unweit der Hasbacher Straße stand, erinnerte an diese Sage. Es gab allerdings einen Weiler mit mit den Namen Boxhohn, der jedoch im Jahr 1915 abgerissen wurde, als die Wahner Heide zum militärischen Schießplatz ausgebaut wurde.

Wahner Heide
Eine Standsicherung der Eiche erfolgte in den 1930er Jahren durch das Einbringen eines Betonkernes, der mit Eisenschienen verstärkt war. (Foto: Lindemann)

Betonkern mit Eisenschienen

Die Menschen machten sich Sorgen um die Eiche. In den 1930 Jahren wurde beschlossen, sie durch das Einbringen eines Betonkernes, der mit Eisenschienen verstärkt war, zu sichern. Heute weiß man, dass dieser Eingriff nicht nötig gewesen wäre. Ein Blitzschlag hatte den Baum damals getroffen. Allerdings war die Beschädigung rückblickend nicht so gravierend. Der Baum wurde gepflegt, aber zusehends sackte er in sich zusammen. Im Jahr 2012 entschied man sich, ihn seinem Schicksal zu überlassen. Ein Ast nach dem anderen brach ab, Anfang 2019 brach die Boxhohn-Eiche endgültig in sich zusammen. Insbesondere der von Dürre geprägte Sommer 2018 hatte dem Baum so zugesetzt, dass ihm die Kraft fehlte. Der fortschreitende Klimawandel führte letztendlich zum Absterben des mächtigen Baumes.

Wahner Heide
Der Stamm der toten Eiche bietet heute nicht nur Insekten eine Heimat. (Foto: Lindemann)

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