Krippe kritisiert den Kardinal

Krippe in Köln-Wahn

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Der Kardinal will nicht über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche diskutieren.  Er wendet sich von Bärbelchen ab. Hilflos steht sie mit ihrem Plakat herum und weiß nicht weiter.  Mutig setzt sich die Milieukrippe in der Kirche St. Aegidius in Köln-Wahn mit den Problemen in der katholischen Kirche auseinander. Der Betrachter entdeckt zwei afghanische Frauen, die bis vor kurzem noch für alle erkennbar waren. Jetzt sind sie verschleiert, dürfen ihre Identität nicht mehr zeigen.

Millieukrippe
Zwei Frauen wurden gezwungen, sich zu verschleiern. (Foto: Lindemann)

Flüchtlinge im Zelt

Vor den beiden Frauen erkennt man zwei Flüchtlinge, die in einem Zelt ums Überleben kämpfen. Sie hungern und frieren. Ihre Situation scheint hoffnungslos. Die Krippe zeigt, dass es im Jahr 2021 noch andere Probleme als Corona gibt. Im Gotteshaus an der Frankfurter Straße 175 wurde 1963 vom verstorbenen Pfarrer Gottfried Kirsch erstmals eine Milieukrippe aufgebaut. Er holte dazu die Holzfiguren des Hänneschen-Theaters nach Wahn. Jahr für Jahr werden sie nun neu eingekleidet und  spielen unterschiedliche Rollen. Die Krippe ist eine echte Rarität in Köln. Nur in St. Maria Lyskirchen findet sich ebenfalls eine Milieukrippe, die mit Pfarrer Kirsch 1982 erstmals aufgestellt wurde.

Flutopfer
Flutopfer vor ihrem zerstörten Haus. (Foto: Lindemann)

Flutunglück auch zu sehen

Sogar das Flutunglück vom Sommer 2021 ist verarbeitet. Ein altes Ehepaar steht vor den Trümmern seiner Existenz. Das Haus ist nur noch eine Ruine. Alles ist zerstört und weggeschwemmt. Außer den Kleidern, die sie am Leib tragen, ist ihnen nichts geblieben. Auch ein schwerkranker Mann fällt sofort ins Auge. Schläuche sind an seinem Körper, er stützt sich auf einen Rollator. Nur eine Pumpe hält ihn noch am Leben.

Kranker Mann
Eine Pumpe hält den Mann am Leben. (Foto: Lindemann)

Gastwirt schließt seine Kneipe

Auch ein Gastwirt hat aufgegeben. Durch die Pandemie bedingt hat er kaum noch Umsätze. Er muss sein Lokal schließen.  Eine leerer Bierkranz und ein abgebauter Zapfhahn sind seine letzten Erinnerungen an die Zeit, als die Einnahmen noch zum Leben reichten.

Pandemie
Rechts im Bild schließt der Wirt seine Kneipe für immer ab. (Foto: Lindemann)

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