Der echte Kölner Geißbock

Geißbock

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Es war der Sieg der Liebe. Der Düxer Bock in Köln Deutz erinnert an diese Begebenheit. Die Legende berichtet von einem Schneider der in dem heutigen Stadtteil lebte. Geld war in der Familie knapp. Und so beschloss der Mann, Singvögel zu züchten. Durch den Verkauf konnte die Familienkasse aufgebessert werden. Damit die Gefiederten auch gut wuchsen, hängte der Schneider sie in Käfigen an die Hauswand. Das war damals nicht unüblich. Die Geschäfte liefen gut und der Schneider expandierte mit seiner Vogelzucht. Doch wie das halt im Leben so geht. Sehr schnell kam es deswegen zu Problemen.

Düxer Bock
Die Skulptur des Düxer Bock wurde 1989 unter Denkmalschutz gestellt. (Foto: Lindemann)

Nachbar empfindet Gesang als Krach

Vögel singen gerne in den Morgenstunden. Und das taten die Tiere in den Käfigen auch inbrünstig. Der Schneider freute sich über diese kostenlose Werbung für seine Singvögel. Der Nachbar empfand dies allerdings als Krach. Er war von Beruf Steuereintreiber und schlief morgens gerne länger aus. Dies ging nun allerdings nicht mehr, da die trällernden Vögel ihn weckten. So kam die Sache vor Gericht. Und schon damals gab es Tierfreunde. Da der Richter begeisterter Hobbyzüchter von Singvögeln war, wies er die Klage ab. Der Steuereintreiber hatte das Nachsehen. Und er begann zu grübeln, wie er es dem Schneider heimzahlen könnte. So kam er auf die Idee mit dem Geißbock

Geißbock
Mitten auf dem Platz in Deutz steht der Geißbock. (Foto: Lindemann)

Lautes Gemecker den ganzen Tag über

Der gestörte Langschläfer kaufte sich die männliche Ziege und setzte sie in einem Korb vor sein Fenster. Er kannte sich mit den Lebensgewohnheiten der Paarhufer aus. Wenn sie hungrig sind, dann meckern sie laut. Und das übertönt den zarten Gesang der Vögel bei weitem. Der Krach war nun im ganzen Viertel zu hören. Die Nachbarn waren genervt. Der Steuereintreiber erzählte auch überall herum, warum er den Ziegenbock gekauft hatte. Der arme Schneider bekam deswegen sozialen Druck. Doch er hielt Stand.  Als die Ziege im Käfig starb, hofften alle in der Nachbarschaft auf Ruhe. Der Steuereintreiber hatte heimlich einen Steinmetz beauftragt. Er sollte einen Geißbock aus Stein an seinem Haus anbringen, damit alle an diese Begebenheit erinnert werden. Das wurde dem Schneider dann zu viel. Er gab auf und zog mit seiner Familie aus Deutz weg, um dem Spott zu entgehen.

Düxer Bock
Die Plakette am Fuße des Denkmales. (Foto: Lindemann)

Die heimliche Liebe

Während sich die Männer stritten, trafen sich die Kinder heimlich. Die schöne Tochter des Schneiders hatte es dem Sohn des Steuereintreibers angetan.  Gertrud und Fritz verliebten sich. Durch den Umzug wurde das Paar aber jäh auseinander gerissen. Doch es gab ein Happy End. Jahre später kam Fritz wieder nach Deutz, heiratete seine Gertrud. Das junge Paar kaufte sogar das Mietshaus, in dem der Streit der Eltern begonnen hatte. Um an diese Begebenheit zu erinnern, wurde 1964 ein Denkmal aufgestellt. Der bronzene Düxer Bock ist ein Werk des Bildhauers Gerhard Marcks (1889-1981).

https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-302354

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