Todesfalle für den Zilpzalp

Todesfalle

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Spielerisch waren die Vögel unterwegs. Ausgelassen flogen sie in der Luft umher. So konnten sie die Todesfalle nicht erkennen. Wie eine unsichtbare Wand ragte die Glasscheibe in die Flugbahn des Zilpzaps. Mit voller Wucht krachte der Vogel dagegen und fiel zu Boden. Blut floss aus seinem Schnabel. Jede Hilfe kam zu spät. Ein zweiter Zilpzalp bemerkte das Unglück. Doch es gelang ihm nicht, seine Flugbahn zu ändern. Auch er krachte gegen die Glasscheibe. Allerdings mit weniger Wucht. Wie betäubt saß er hilflos auf dem Boden.

Todesfalle
Wie betäubt sitzt der Zilpzalp vor der Glasscheibe. (Foto: Lindemann)

Leichte Beute für die Katze

Einer Katze in der Nähe fiel der orientierungslose Zilpzalp am Boden auf. Langsam schlich sie sich an den hilflosen Vogel heran. Als er sie sah, versuchte er noch zu fliehen. Doch der Jäger war schneller. Mit einem festen Tatzenhieb beendete die Katze das Leben des noch vor wenigen Minuten fröhlichen Vogels. Zwei Opfer forderte die Glasscheibe innerhalb weniger Minuten. Wie es zu den Unfällen kommt, ist wissenschaftlich untersucht. Die  Vögel sehen durch die Glasscheibe hindurch Bäume, Sträucher, den Himmel oder ein sonstiges Objekte. Sie wollen dorthin fliegen.

Todesfalle
Besonders gefährlich sind Büsche hinter der Glasscheibe. Auch Spiegelungen verwirren die Vögel. (Foto: Lindemann)

Trügerische Spiegelungen

Auch Spiegelungen eines mögliches Ziels in der Scheibe können die Vögel verwirren. In beiden Fällen prallen fliegende Vögel mit erheblicher Geschwindigkeit gegen das Glas. Die Folge sind meist starke Kopf- oder innere Verletzungen. Beleuchtung kann als verstärkender Faktor hinzukommen: Zugvögel können nachts vom Licht angelockt oder irritiert werden und kollidieren dann an den Glasscheiben der Umgebung. Untersuchungen am Bonner Post-Tower und in der Berliner Innenstadt haben gezeigt, dass nächtlich ziehende Zugvögel direkt Lichtquellen anfliegen, die heller als die Umgebung sind. Nach Schätzungen aus Nordamerika sterben 50 bis 75 Prozent der Vögel nach dem Aufprall. Reflexionen sind besonders in der Stadt der relevante Faktor, zumal Sonnenschutzverglasungen oft mit hohen Reflexionsgraden einhergehen, berichtet das Deutsche Architektenblatt in einem Bericht über diese Problematik.

Todesfalle
Blut läuft aus dem Schnabel des gerade verendeten Zilpzalps. (Foto: Lindemann)

Eine Möglichkeit die Vögel zu retten ist, konsequent auf diese Glasfallen zu verzichten oder optische Hinweise darauf anzubringen, die schon von weitem zu erkennen sind.

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