Betreten streng verboten

Ofenkaulen

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Das Vulkangestein ist nicht überall massiv. Wie ein Schweizer Käse sind Teile des Siebengebirges mit Höhlen durchzogen. Ofenkaulen wird dieses verzweigte Stollensystem genannt. Diese Höhlen sind in der Nähe von Könisgwinter zu finden. Sie sind durch den Abbau von Tuffgestein entstanden. Das Material wurde für den Bau von Backöfen verwendet. Ihren Namen haben die Höhlen vom Berg Ofenkaul bekommen, der an der Südseite des Miresbachtales gegenüber dem Nonnenstromberg zu finden ist. Die längst aufgegeben Höhlen sind zum Teil noch offen. Doch ihr Betreten ist wegen Einsturzgefahr streng verboten.

Ofenkaulen
Ein Blick ins Innere der Höhle. (Foto: Lindemann)

Im 19. Jahrhundert hatten die Bergarbeiter im Siebengebirge am meisten zu tun. Der abgebaute Tuff konnte mit einer Eisenbahn problemlos abtransportiert werden, der Abbau konnte so gesteigert werden. Diese Verbindung auf Schienen bestand seit dem Jahr 1871. Begehrt waren die Produkte aus den Ofenkaulen am Niederrhein und in Westfalen. Der Export ging jedoch auch in Nachbarländer wie Belgien und Frankreich.  Ende des 19. Jahrhunderts existierten rund dreißig meist familiär strukturierte Kleinbetriebe mit jeweils fünf bis zehn Arbeitern, berichtet Elmar Scheuren in “Backofenbau und Ofenkaulen im Siebegebirge” in der Schriftreihe des Rheinischen Vereines für Denkmalpflege und Landschaftsschutz.

Höhle
Von außen dringt Licht in die dunkle Höhle. Im Inneren ist es finster. (Foto: Lindemann)

Im Zuge des intensiven untertägigen Abbaus seien die Ofenkaulen auf insgesamt sieben unterschiedlichen Sohlen ausgebeutet worden, die teils über tiefe Schächte miteinander verbunden sind. Insgesamt lassen sich heute, so Scheuren, rund 48.000 Quadratmeter Abbaufläche nachweisen. Die Einführung moderner Elektro- und Gasöfen sowie die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges, hätten zu einem schnellen Niedergang des Gewerbes im Siebengebirge geführt. Die Entwicklung neuer Backofensysteme sei, im Gegensatz zum Ofenbauzentrum in Bell in der Eifel, verpasst worden. Um das Jahr 1960 hätten die letzten beiden Betriebe ihre Arbeit aufgegeben.

Heute haben die Höhlen auch zum Teil besondere Bewohner. Fledermäuse haben dort eine Heimat gefunden.

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