Tote Familienmitglieder im Wald

Zwei Füchse im Bereich des Dachsbaus. (Foto: Inga Sprünken)

Man bekommt sie selten zu Gesicht, wohl aber ihre umfangreichen Bauarbeiten. So gibt es etwa im Wald im rheinland-pfälzischen Kircheib unweit der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen schon seit vielen Jahren einen große Dachskolonie. Gut versteckt findet sich dort eine gegrabene Hügellandschaft. Denn Dachse sind gute Bauarbeiter, die mit ihren kräftigen Tatzen ganze Waldbereiche am liebsten in Laub- und Mischwäldern umgraben. Dabei werden die Löcher, die sie graben, gar nicht mal alle benutzt. Denn Meister Grimbart, wie er auch genannt wird, baut manche auch nur für die Luftzufuhr.

Dachs, Fuchs und Kaninchen nutzen den gleichen Bau

Drei junge Dachse erkunden ihre Umgebung. (Foto: Inga Sprünken)

Und das wiederum kommt anderen Tieren, wie etwa dem Fuchs zu Gute. Denn Füchse übernehmen auch Baue von Dachsen oder Teile davon. Wenn der Bau groß genug ist, kommt es vor, dass beide den Bau gleichzeitig nutzen. Als direkte Nachbarn nutzen sie verschiedene Etagen. Meister Reineke, wie der Fuchs genannt wird, hält in der Nähe seines Unterschlupfs eine Art Burgfrieden, das heißt, er lässt selbst seine Beutetiere dort in Ruhe. So gibt es in ganz großen Bauen sogar manchmal richtige Wohngemeinschaften: Fuchs, Dachs, Iltis und sogar Kaninchen leben friedlich zusammen – jeder in einem Teil der Höhle.

Füchse gehören zu den Hundeartigen. Sie sind also mit Hund und Wolf verwandt, wobei Letzterer sogar zu ihren Feinden zählt. Füchse können 12 Jahre alt und 40 Zentimeter groß werden. Sie wiegen rund sieben Kilogramm. Unverkennbar ist das Gesicht der Füchse mit den aufmerksam hoch aufgerichteten Ohren, der langen spitzen Schnauze, der schwarzen Nase und den Augen mit den elliptischen Pupillen. Sind vielfach auch tagsüber unterwegs, während Dachse nur nachts aktiv sind.

Dachs baut in mehreren Etagen

Zwei Füchse im Wald. (Foto: Inga Sprünken)

Die oftmals gemeinsam bewohnten Baue können enorme Ausmaße mit mehreren Etagen annehmen, dabei gehen sie oft in die Tiefe. Der Wohnkessel des Dachse liegt in etwa fünf Meter unter der Erde und ist über zahlreiche Gänge mit der Oberfläche verbunden. Ein Dachsbau kann über Jahrzehnte benutzt werden. Jede Generation dehnt ihn weiter aus und fügt Wohnkammern hinzu. Dachse sind an ihrer schwarz-weißen Gesichtsmaske einwandfrei zu erkennen. Ihre Länge ist die gleiche wie die eines Fuchses, nämlich 60 bis 72 Zentimeter. Allerdings kann ein Dachs bis zu 20 Kilo schwer werden.

Die „Erdmarder“ können trotz ihrer scheinbaren Behäbigkeit schnell laufen, springen und sogar schwimmen. Sie können bis zu 20 Jahre alt werden. Wenn sich Dachse paaren, jagt das Männchen das Weibchen durchs Revier. Manchmal führt die Fähe dabei einen Rolltanz auf und dreht sich mal links, mal rechts im Kreis. Auf dem Video ist dieses Rollen zu sehen. Es sind insgesamt vier junge Dachse, die spielen und das wohl schon mal üben. Sie kamen im Februar und März zur Welt mit etwa zwölf Zentimeter Größe. Nach fünf Wochen öffnen sie ihre Augen, wenn sie zwei Monate alt sind, machen sie ihre ersten Ausflüge aus der Höhle. Manchmal bleiben die Jungen bis zum Herbst oder Winter bei ihrer Mutter.

Dieser Schädel eines Dachses lag im Bereich des Baus.

Im Bereich der Hügellandschaft lag übrigens auch ein Dachsschädel. Offensichtlich räumen Dachse ihre toten Familienmitglieder nicht weit von ihrer Höhle weg.

Zu den Videos geht es hier:

Füchse: https://www.youtube.com/watch?v=vhELaXqk35M

Dachse: https://www.youtube.com/watch?v=hOqCjPHu-yk

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