Tod durch Lungenentzündung

Dolly ist der Name des ersten geklonten Säugetiers. (Foto: Inga Sprünken)

Heute vor 25 Jahren wurde das erste Säugetier als Klon gezeugt. Dolly ist der Name des Schafes, bei dem erstmals ausdifferenzierte Zellen als Spender für die Erbinformation dienten. Am 8. Februar 1996 wurden im Roslin-Institut in Schottland 277 Eizellen von Spendertieren der Schafrasse Scottish Blackface mit Zellkernen aus den Euterzellen des Spendertieres der Rasse Finn Dorset geimpft. Von den 29 Embryonen, die daraus entstanden, überlebte nur Dolly. Die Mutter, die sie austrug, war ein Schaf der Rasse Scottish Blackface. Geboren wurde sie am 5. Juli 1996.

Als Dollys geistiger Vater gilt der britische Embryologe Ian Wilmut. Seine Forschungsergebnisse wurden am 27. Februar 1997 erstmals in der Zeitschrift Nature präsentiert. Umgesetzt hat das Klonierungsverfahren indes der Zellbiologe Keith Campbell. Namenspatin für das Dolly war die Countrysängerin Dolly Parton. Der Wissenschaftler wollte damit makabrerweise den Vergleich von ihrer Oberweite zu den Spenderzellen aus dem Euter ziehen.

Zwei Verfahren zum Klonen

Das Schaf Dolly wurde künstlich erzeugt. (Foto: Inga Sprünken)

Die Erzeugung künstlicher Klone im Labor kann durch zwei Verfahren erfolgen: das Embryonensplitting oder den Zellkerntransfer. Beim ersten wird ein Embryo künstlich geteilt. Da alle Zellen zu Beginn der Embryonalentwicklung sich zu einem vollständigen Organismus entwickeln können, entstehen dabei Zwillinge oder Mehrlinge, die genetisch identisch sind. Beim Zellkerntransfer indes wird der Kern einer Spenderzelle entnommen und in eine zuvor entkernte unbefruchtete Eizelle eingesetzt.

Die Eizelle entwickelt sich als genetischer Klon, da sie deren Erbgut in sich trägt. Während in ersten Versuchen die übertragenen Zellkerne aus embryonalem Gewebe stammten, gelang es später, Zellkerne aus Körperzellen, wie Euterzellen, zu verwenden. Das Milieu in der Eizelle bewirkt, dass der Kern reprogrammiert wird, damit seine Spezialisierung verliert und die Entwicklung von vorn beginnt. Dieses Verfahren wurde als Dolly-Methode bekannt. Da das Schaf eine Mischung aus dem Kern der Euterzellen und den Eizellen ist, handelt es sich bei ihr nicht um einen hundertprozentigen Klon.

 

Frühe Alterserscheinungen

Dolly bekam im Laufe ihres kurzen Lebens mehrere Lämmer auf natürliche Weise. Dass sie selbst jedoch nicht gesund war, belegt die Tatsache, dass sie am 14. Februar 2003 im Alter von nur sechs Jahren eine schwere Lungenkrankheit erlitt und eingeschläfert werden musste. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt schon Alterserscheinungen wie Arthritis. Normalerweise werden Schafe zehn bis zwölf Jahre alt, manche können sogar 20 Jahre alt werden. Vermutlich waren die frühen Alterserscheinungen auf die „alten“ implantierten Zellkerne des erwachsenen Tieres zurückzuführen.

Wie dieses Schaf, bekam Dolly mehrere gesunde Lämmer. (Foto: Inga Sprünken)

Grundsätzlich haben sich die Hoffnungen, mit Hilfe des „therapeutischen Klonens“ embryonale Stammzellen zu gewinnen, die mit dem Spenderorganismus identisch sind, um etwa Organe und Gewebe zu züchten, bisher noch nicht als hilfreich erwiesen. Der Grund ist unter anderem, dass Stammzellen wohl ein Potenzial zur Tumorbildung haben. Auch Abstoßungsreaktionen sind trotz allem zu erwarten. Nach wie vor ist es Menschen somit nicht möglich „Gott zu spielen“.

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