Abwässer strömen in die Ahr

Hochwasser

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“Werfen sie doch ein Stück Holz in das Abflussrohr, dann sehen sie, wie es hier später rauskommt und in der Ahr landet”, erklärt der Tiefbauunternehmer. Drei Monate sind seit dem schrecklichen Hochwasser an der Ahr vergangen.  Noch immer funktioniert die Kanalisation nicht überall zuverlässig. Gigantische Regenmassen sind in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli im Ahrtal in der Eifel und in der Region Trier in der Eifel vom Himmel gefallen. Der Fluss trat über seine Ufer. Mit dramatischen Folgen: 141 Tote wurden nach dem Unglück geborgen, acht Menschen seien schon vor der Flut gestorben, teilt das Land Rheinland-Pfalz mit. Eine vermisste Frau aus dem Ahrtal wurde mit dem Rhein bis nach Rotterdam getrieben. Der verantwortliche Landrat hat sich inzwischen dienstuntauglich gemeldet.

Ahrunglück
Die Eisenbahnbrücke ist komplett zerstört. (Foto: Lindemann)

Busse ersetzen die Bahn

Die Stromversorgung ist so gut wie überall wieder hergestellt, meist über Aggregate. Defizite gibt es noch in Mayschoß und Altenahr. Dort sind nur 90 bis 94 Prozent der Stromanschlüsse wieder in Betrieb. Allerdings ist die Infrastruktur noch lange nicht wieder in dem Zustand wie vor der Flut. Die Bahnbrücke in Altenahr ist komplett zerstört. Die Gleise in den Tunneln wurden abgetrennt. Sie sind nun stumme Zeugen der Katastrophe. “Aus Altenahr kommt man nur noch mit dem Bus raus”, so eine ältere Frau, die keinen Führerschein besitzt. “Wer weiss, wann das hier wieder alles wie früher wird?”

Hochwasser
Bahngleise wurde abgetrennt. (Foto: Lindemann)

Ein Bild der Zerstörung

Beim Gang durch Altenahr ist wenig Leben zu erkennen. Die meisten Häuser in Flussnähe stehen leer. Notdürftig sind sie auch Wochen nach der Flut mit Absperrbändern gesichert. Schimmel ist an den Wänden zu erkennen. Trocknungsgeräte sucht man vergeblich. “Die Menschen haben aufgegeben”, so ein Architekt, der gerade ein Haus begutachtet. Die Angst vor einer neuen Flut sitze noch tief.  Vor den Brücken in Altenahr hätten sich durch das massenhafte Treibgut in der Flutnacht regelrecht Staudämme gebildet. Das Wasser hätte nicht mehr weiter fließen können. Der Blick in die leeren Räume zeigt noch heute, welche Zerstörungskraft damals gewirkt hatte.

Hochwasser
Auch Wochen später sind die Spuren der Zerstörung noch deutlich zu sehen. (Foto: Lindemann)

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