Wölfe graben sich durch Zaun

Wolf

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In der Märchen- und Sagenwelt hat der Wolf einen festen Platz. Das Tier gehörte also früher zum täglichen Leben. Deswegen ist davon auszugehen, dass er bald wieder überall anzutreffen ist. Und wenn Wölfe hungrig sind, dann graben sie sich auch unter Zäunen hindurch. Das haben nun Untersuchungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) ergeben. Am 22. April 2021 wurden von einer Weide in Windeck (Rhein-Sieg-Kreis) drei Lämmer verschleppt. Der Zaun war an einer Stelle untergraben; hier wurden Haare sichergestellt, die vom Senckenberg Forschungsinstitut der Art Wolf zugeordnet werden konnten, so die Behörde. Sie bestätigt damit neue Wolfsnachweise in Hennef (Sieg), Windeck und Bergisch Gladbach:

Am 24. April 2021 wurden auf einer großen Weide bei Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) elf Schafe getötet und ein Schaf verletzt; drei Lämmer konnten nicht mehr gefunden werden. Durch Abstrichproben an zwei Schafen konnte das Senckenberg Forschungsinstitut zwei Wölfe identifizieren: die Wölfin GW1415f und ein neu in Nordrhein-Westfalen nachgewiesenes Individuum mit der Kennung GW1896m. Am 03. Mai 2021 tötete dieser männliche Wolf ein weiteres Schaf in Windeck.

Zwei Wölfe tödlich überfahren

Im Jahr 2020 hatte die Wölfin GW1415f im Territorium Leuscheid Welpen aufgezogen. Mittlerweile sind sieben Welpen genetisch bestätigt, drei männliche und vier weibliche. Zwei männliche Nachkommen aus diesem Wurf sind in Rheinland-Pfalz bei Verkehrsunfällen im Oktober 2020 und im Mai 2021 verendet. Vom nun neu aufgetretenen männlichen Wolf GW1896m sind bisher weder Herkunftsrudel noch Alter bekannt. Er entstammt der Mitteleuropäischen Population und hat bereits einen langen Weg hinter sich: GW1896m wurde erstmalig am 25. Oktober 2020 im Landkreis Freising in Bayern nachgewiesen. Anschließend wanderte er über das südliche Baden-Württemberg nach Rheinland-Pfalz, wo er seit dem 3. März 2021 mehrfach im Landkreis Altenkirchen genetisch erfasst wurde. Die aktuellen Nachweise aus April 2021 deuten darauf hin, dass er offenbar beiderseits der Landesgrenze zusammen mit Mitgliedern des Leuscheider Rudels unterwegs ist. In Bergisch Gladbach (Rheinisch-Bergischen Kreis) wurde im Bereich des Königsforstes am 29. April 2021 eine Wolfslosung gefunden; hier war eine genetische Zuordnung zu einem bestimmten Wolfsindividuum nicht möglich.

Pufferzone

Die Stadt Hennef (Sieg) und die Gemeinde Windeck gehören zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land; die Stadt Bergisch Gladbach gehört zur Pufferzone um dieses Wolfsgebiet. Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Oberbergisches Land und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern; Festzäune sollten mindestens 120 cm hoch sein und gegen das Untergraben gesichert werden. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune und der Untergrabeschutz bei Festzäunen zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

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