Geheime Schätze im Königsforst

Im Königsforst gibt es zahlreiche Wasserläufe und Teiche. (Foto: Inga Sprünken)

Der Königsforst ist mit insgesamt 30 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Waldgebiet der rechtsrheinischen Mittelterrasse – und ein Ausflugsziel par excellence für die Städte Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath. Und was viele nicht wissen: das Waldgebiet, das lange Zeit dem Adel als Jagdgebiet diente, birgt einige Geheimnisse. So zeugen zwischen Wasserläufen und Bäumen zahlreiche Hügelgräber von seiner eisenzeitlichen Besiedlung. Vom Zweiten Weltkrieg übrig geblieben sind indes die Betonmauern ehemaliger Bunker und Fundamente der Signalanlagen des Fliegerhorstes Ostheim.

Die Schmitzebud ist das älteste Kiosk in Köln. (Foto: Inga Sprünken)

Außer historischen Stätten begegnet man am Rand des Königsforsts auch Kuriositäten wie der “Schmitzebud” in Köln Rath oder dem höchsten Berg von Köln. Das älteste Kiosk von Köln am Hügelgrab des Rather Mauspfades wurde 1898 zur Eröffnung der Straßenbahnlinie Königsforst erbaut. In den 1930erJahren wurde das Büdchen mit dem Bau der Rösrather Straße zum Treffpunkt der Kölner Rennradsportlegenden. Die Familie Schmitz gab der “Schmitzebud” ihren Namen und führte sie nach dem Krieg bis 1982. Nach Auslaufen des letzten Pachtvertrages 2007 sollte das Büdchen endgültig geschlossen werden, wurde aber von einer Initiative aus Radrennfahrern und Kölnern gerettet. Heute ist darin eine Pizzeria untergebracht. Selbst eine Kölner Mundart-Band trägt den Namen der „Schmitzebud“.

 

Der Monte Troodelöh und der Schatz vom Flehbach

Der “Monte Troodelöh” ist mit 118,04 Metern höchste Erhebung von Köln und hat sogar einen Gipfelstein. Er liegt am Wolfsweg zwischen der Einmündung Pionier-Hütten-Weg und der Kreuzung Brück-Forsbacher Weg. Seinen lustigen Namen verdankt der „Berg“ den drei städtischen Mitarbeitern Troost, Dedden und Löhmer, die ihn 1999 erstmals erwanderten und dort ein provisorisches Gipfelkreuz aufstellten. Allerdings ist der Berg zwar der höchste von Köln, nicht aber des Königsforstes. Dessen höchster Berg ist der 212 Meter hohe Tütberg unweit des Forsthauses Steinhaus in Bergisch Gladbach.

Der Monte Troodelöh im Königsforst. (Foto: Inga Sprünken)

Vom Monte Trodelööh kommt man vorbei an Kettners Weiher an den Flehbach. An dessen Ufern wurde 1975 ein Schatz mit 3600 römischen Bronzemünzen und Werkzeugen gefunden. Heute ist er im Rheinischen Landesmuseum in Bonn zu finden. Unweit davon verläuft die Brüderstraße, ein mittelalterlicher Handelsweg, der einst Köln mit dem Siegerland verband und heute Teil des Jakobswegs ist. In Köln ist er auch bekannt als Elisabethpfad.

 

 

 

Das Forsthaus und der verlassene Bahnhof

Ein Gedenkstein im Königsforst erinnert an den Bahnhof. (Foto: Inga Sprünken)

Am weiteren Verlauf des Brück-Forsbacher Weg findet sich die Kaisereiche. Sie ist die Nachfolgerin einer Eiche, die bereits auf Karten von 1893/95 verzeichnet ist. 1908 ließ Kaiser Wilhelm II zu Ehren seines Großvaters Kaiser Wilhelm I eine Eiche pflanzen, die aber den Ersten Weltkrieg nicht überlebte. Aus zurückgebliebenen Eicheln erwuchs auf der gegenüberliegenden Seite das heutige Exemplar, an dem sich Bänke und eine Schutzhütte befinden.

Unweit hiervon befindet sich die alte Trasse der Sülztalbahn, die Köln-Mülheim und Lindlar verband. Mitten im Wald stößt man auf Kopfsteinpflaster und Bänke. Ein Gedenkstein erinnert hier an den ehemaligen Bahnhof Forstbach. 1890 eröffnet, wurde die Strecke 1961 stillgelegt und der Bahnhof als Wohnhaus genutzt, das heute nicht mehr existiert.

Das Forsthaus Steinhaus am Rande des Königsforst ist 200 Jahre alt. (Foto: Inga Sprünken)

Auf der anderen Seite der Landstraße (Friedrich-Offermann-Straße) fließt der Holzerbach mit seinen malerischen Froschteichen, an denen es an lauen Sommerabenden ziemlich geräuschvoll zugeht. Sie gehören zum Forsthaus Steinhaus (Bergisch Gladbach). Das 1403 erstmals erwähnte Forsthaus diente 200 Jahre lang als Dienstwohnung des Revierförsters. Seit 2003 hat das Regionalforstamt Bergisches Land hier seinen Sitz. Im Rahmen der Regionale 2010 wurde „Steinhaus’“ zu einem Infoportal ausgebaut.

Zusammen mit Burg Wissem in Troisdorf, Gut Leidenhausen in Porz und dem Turmhof in Rösrath gehört es zu den vier Portalen, die über das Gebiet Königsforst/Wahner Heide informieren. Das Gebiet geht eigentlich ineinander über, wird aber durch die A 4 getrennt. Eine Wildbrücke verbindet Fauna und Flora miteinander. https://www.wahnerheide-koenigsforst.de/

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