Obdachlose besetzen Steinzeithöhlen

Steinzeithöhlen auf Las Palmas.

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Sie leben in Felsen-Höhlen wie die Menschen vor unserer Zeit. In Las Palmas auf Gran Canaria haben Verzweifelte einfach die historischen Felsenwohnungen besetzt. Wo früher mit Steinwerkzeugen gearbeitet wurde, werden jetzt Handys genutzt. Keine Felle schützen vor dem kalten Wind, bunte Decken aus synthetischem Material haben diese Aufgabe übernommen. Die Verwaltung hat inzwischen die Zugänge zu den Höhlen mit Gittern und Ketten gesichert. Sie wurden jedoch nachts einfach wieder aufgebrochen. Zu groß war die Not der Obdachlosen.

Felsenhöhlen in Gran Canaria
Offiziell ist der Zugang verboten. (Foto: Lindemann)

Ureinwohner wurden überfallen

Der Weg zu den Höhlen am Rande der Hauptstadt von Gran Canaria ist einfach zu finden. Sie liegen direkt am Naturschutzgebiet an der Halbinsel La Isletta. Sie ist zum größten Teil gesperrt, doch man kann die Zäune übersteigen. Der Zipfel im Norden der Insel wurde schon sehr früh von Menschen besiedelt. Sie suchten dort Schutz vor Wind und Wetter in den Höhlen. Als die Römer und Spanier auf die Insel kamen und die Ureinwohner überfielen, boten diese Verstecke keine Sicherheit. Brutal wurden die militärisch unterlegenen Menschen getötet oder versklavt. Die bescheidenen Behausungen blieben leer. Die Eroberer bauten sich komfortable Häuser und plünderten das Land aus. Die Ureinwohner verschwanden langsam.

Obdachlose leben in Felsenhöhlen..
Treppen wurden in den Fels gehauen. (Fotos: Lindemann)

Decken als Sichtschutz

Die Vielzahl der Höhlen lässt darauf schließen, dass hier früher ganze Familien gelebt haben müssen.  Unterschiedliche Räume hatten wohl bestimmte Funktionen. Jetzt sind sie allerdings durch Stahlgitter versperrt. Nicht alle Schlösser haben allerdings den Aufbruchsversuchen Stand gehalten. Bunte Decken als Sichtschutz zeigen, dass hier Menschen Obdach gefunden haben. Eine Feuerstelle ist der Beweis, dass auch gekocht wird. Ein verkohlter Comic wurde wohl als Anzünder genutzt. Holz ist allerdings schwer zu finden. Deswegen wurde wohl auch Müll in Brand gesetzt.

Feuerstelle in der Feslenhöhle auf Gran Canaria.
Ein Comic wurde als Anzünder genutzt. (Foto: Lindemann)

Wohnungen sind teuer

Mit einer Fläche von rund 1560 Quadratkilometern ist Gran Canaria nach der Fläche die drittgrößte der Canarischen Inseln nach Teneriffa und Fuerteventura. Sie  hat einen Durchmesser von rund  50 Kilometern und eine Küstenlänge von rund 236 Kilometern. Rund 850.000 Menschen leben auf Gran Canaria. Wohnungen sind teuer und gut zahlende Touristen verknappen das Angebot. So müssen Menschen auf der Straße leben. Sie haben die leeren Höhlen als Alternative entdeckt.

Höhlen auf Gran Canaria.
Eine Matratze und Decken als Schutz. (Foto: Lindemann)

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