Roboter auf dem Mars gelandet

Die Mission ist im Krater Jezero gelandet, wo sich ein Flussdelta befindet. (Foto: NASA)

Der Mars-Rover “Perseverance” der NASA ist gestern Abend pünktlich nach sechseinhalb Monaten auf dem Roten Planeten gelandet. Schon wenige Minuten nach der Landung schickte der Rover erste pixelige Schwarz-Weiß-Fotos – auch wenn darauf nur wenig zu sehen ist. Lediglich der Schatten des Fahrzeugs und die Räder sowie Oberfläche und Horizont des Mars konnte man entdecken. Der Rover tritt die Nachfolge des Mars-Rovers Curiosity an, der seit über acht Jahren Jahren nach Spuren von Leben auf dem Mars sucht.

Am Donnerstagabend übertrug die NASA in mehreren Live-Streams die Bilder der geglückten Landung. Nach mehreren Kontrollfahrten kann Perseverance beginnen, Bodenproben zu sammeln und für den Transport zur Erde vorzubereiten. Das Gefährt mit der Masse von rund einer Tonne wird im Jezero-Krater nach Anzeichen von früherem mikrobiellen Leben suchen. Die ebenfalls sich an Bord befindende Helikopterdrohne soll Bilder von der Oberfläche und dem Landeplatz übertragen. Das bordeigene Labor soll aus der dünnen Marsatmosphäre Sauerstoff gewinnen. Verschiedene Aussichtspunkte ermöglichen einen Panoramablick auf den Krater und seine Umgebung sowie den Zoom auf landschaftliche Details bis in den Zentimeterbereich.

Der Krater, in dem die Mission gelandet ist. (Foto: NASA)

Sedimente in Flussdeltas auf dem Mars können Spuren von Leben enthalten

Trotz großer Bemühungen durch diverse Missionen ist der Nachweis von Lebens auf dem Mars noch nicht gelungen. Der Krater Jezero wurde als Landeplatz ausgewählt, da sich in seinem westlichen Teil zwei alte Flussdeltas befinden, in deren Ablagerungen zahlreiche wasserhaltige Minerale nachgewiesen wurden. Diese Minerale und die Deltas selbst deuten darauf hin, dass im Krater einst ein See existierte.

Jezero ist ein 45 Kilometer großer Einschlagskrater, der im Osten an das 1250 Kilometer große Einschlagsbecken Isidis Planitia grenzt, das vor 3,9 Milliarden Jahren entstanden ist. Seine Größe entspricht etwa der Größe von Paris. Der See war vermutlich 250 Meter tief und wurde von großen regionalen Wassereinzugsgebieten gespeist. In der virtuellen Karte kann man die ausgetrockneten Flusstäler Neretva Vallis und Sava Vallis erkennen. In deren Mündungsgebiet wurden durch mitgeführte Sedimente Deltas gebildet, wie sie auf der Erde auch an der Mündung von Strömen wie dem Nil und dem Mississippi oder an Flüssen wie der Lena vorkommen. Hier konnten wasserhaltige Tonminerale und die auf dem Mars seltenen Karbonate (Kalksteine) anhand von spektroskopischen Satellitendaten entdeckt werden.

https://mars.nasa.gov/mars2020/timeline/landing/watch-online/

Lesen Sie auch:

Landung auf dem Mars am 18. Februar

Sensation: Von Köln aus zu den Sternen

Anmeldung zum Newsletter

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Share on email
Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.