Das unbewohnte Schloss

Das rosa Schloss in Benrath. (Foto: Sprünken)

Ab und zu zieht es mich noch in meine alte Heimat: Düsseldorf. Dort gibt es nicht nur den wunderbaren Rhein-Boulevard, sondern eine gut erhaltene Altstadt, tolle Brauhäuser wie das Urige und wundervolle Märkte wie der auf dem Karlsplatz, sondern auch ein prächtiges Schloss: Schloss Benrath. Das liegt im Süden von Düsseldorf und ist einen Besuch wert. Diesen kann man mit einem Spaziergang von der Urdenbacher Kämpe aus verbinden. Das ist ein 316 Hektar großes Naturschutzgebiet. Es ist das größte in Düsseldorf und ein typisches Stück alter niederrheinischer Kulturlandschaft mit Kopfweiden, Obstbäumen und wertvollen Feuchtwiesen. Der Name stammt von campus (Feld) und das Gebiet umfasst eine eingedeichte Auenlandschaft, die regelmäßig vom Rhein überflutet wird. Das gesamte Gebiet entspricht dem mäandernen Verlauf des Urdenbacher Altrheins bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts.

Tiere im Schlosspark

Gepflegt werden die Obstbaumwiesen von Mitarbeitern der Biologischen Station, die weiter südlich in einem alten Gutshof, Haus Bürgel, beheimatet ist. Er steht auf den Grundmauern eines römischen Kastells. Entlang des Rheins läuft man bis der Weg nach rechts oben auf die Straße “Am alten Rhein”. Von dort gelangt man in den Schlosspark Benrath, dem beliebtesten Park in Nordrhein Westfalen. Er ist öffentlich zugänglich, steht unter Denkmalschutz und umfasst mehr als 61 Hektar, von denen rund 45 ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Hier leben mehr als 80 Vogel- und mehr als 300 Käferarten. Seltene nordamerikanische Gehölze prägen den Kurfürstengarten, der von Maximilian Friedrich Weyhe und Peter Joseph Lenné im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Der älteste Bereich geht bis in das 17. Jahrhundert zurück.

Schloss Benrath mit Wasserspiel. (Foto: Sprünken)

Schloss Benrath wurde nie bewohnt

Durch den Park läuft man bis zum rosafarbenen Schloss Benrath, das im Auftrag von Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Sulzbach Ende 1755 als Lust- und Jagdschlosses errichtet wurde. Früher stand an dieser Stelle ein Wasserschloss von Jan Wellem, das wegen eines Brandes und Wasserschäden nicht mehr bewohnbar war. Der Baukünstler Pigage ersetzte es durch eine Maison de plaisance nach französischem Vorbild, das der Kurfürst aber nicht nutzte. Er besuchte das 1771 fertig gestellte Schloss einmal für wenige Stunden im Jahr 1785. Offiziell stand es leer und wurde von Verwaltern und Bediensteten unterhalten. Ab 1815 ging das Schloss in preußischen Besitz über und wurde bis zum Verkauf 1911 von Mitgliedern der Königs- und späteren Kaiserfamilie regelmäßig bewohnt. Seither avancierte die Maison de plaisance zu einer touristischen Attraktion, in der ab den 1950er Jahren zahlreiche Staatsempfänge stattfanden.

Heute wird das Schloss durch eine Stiftung betrieben (https://www.schloss-benrath.de/). Hier finden regelmäßige Führungen statt, aber auch Aufführungen. Zudem dient es des Öfteren als Kulisse für Spielfilme. Am Schlossgraben entlang führt der Weg zurück am Ittenbach über die Angerstraße bis man auf die L 293 (Benrather Schlossufer) gelangt. Der Straße folgt man nach links und biegt nach kurzer Zeit nach rechts auf den Ortweg ein. Dem folgt man bis man wieder auf den Weg zurückgelangt, auf dem man kam. Man läuft durch die Auen vorbei an Pferdewiesen und Feldern zur Fähre, mit der man nach Zons übersetzen kann. https://www.faehre-zons.de/

Mittelalterliche Festungsstadt

Die mittelalterliche Festungsstadt. (Foto: Sprünken)

Die mittelalterliche Festung erreicht man über den Herrenweg und den mächtigen Rheinturm aus dem Jahr 1388. Sehenswert ist insbesondere der Juddeturm mit seiner barocken Haube sowie die Windmühle mit ihrem noch originalen hölzernen Mahlwerk aus dem 17. Jahrhundert. Am Zwinger des Schlosses Friedestrom gibt es eine Freilichtbühne, wo jährlich Märchenspiele aufgeführt werden. Zudem finden hier auch die Märkte an Ostern und Weihnachten sowie der Matthäusmarkt im September statt.

Mittelalterliche Gassen führen durch Zons. (Foto: Sprünken)

Die ehemalige kurkölnische Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert sicherte einst den in Zons erhobenen Rheinzoll. Im 17. Jahrhundert setzte ihr Niedergang ein, 1803 gelangte sie durch Versteigerung in private Hand und wurde als Gutshof genutzt. 1972 übernahm der damalige Kreis Neuss die Burg und richtete dort das Kulturzentrum ein. Die älteste Gaststätte in Zons ist die Torschänke aus dem 14. Jahrhundert, wo schon seit dem 18. Jahrhundert eine Schankwirtschaft betrieben wird. Zum Abschluss kann man noch das Zonser Grind besuchen, ein Naturschutzgebiet in der Rheinschleife direkt gegenüber Benrath. Hier finden sich Mähwiesen und in Reihen stehenden Hybridpappeln, in denen sich Pirol und Steinkauz einfinden.

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