Weihnachtsbräuche und alte Kneipen

Weihnachtlich geschmückte Stube. (Foto: Sprünken)

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit, in der viele Menschen an ihre Kindheit zurück erinnert werden. Bei Großmutter wartete in der guten Stube ein festlich gedeckter Kaffeetisch. Daneben stand eine einfache Fichte als Weihnachtsbaum, geschmückt mit Strohsternen und einfachen Kerzen. Genau in diese Zeit zurück versetzt, fühlt man sich beim „Advent im Museum“, der in diesem Jahr leider ausfällt. In den festlich geschmückten Stuben in den historischen Häusergruppen des LVR Freilichtmuseums in Lindlar erlebt man, wie Weihnachten annodazumal gefeiert wurde. In der „Restauration Fritz Römer“ etwa, einer alten Fuhrmannskneipe aus Wuppertal, wird gezeigt, dass die Gastwirtsfamilie zu den besser betuchten Bürgern gehörte. Das erkennt man an der Dekoration des Weihnachtsbaumes, dem festlich gedeckten Tisch und an den ausgestellten Geschenken, zu denen sogar eine kleine Dampfmaschine gehört.

Weihnachtlich geschmückte Küche. (Foto: Sprünken)
Weihnachtsbäume erst seit 1800

Vom einfachen, mit Plätzchen gehangenen Weihnachtsbaum etwa in Gut Dahl aus dem Jahr 1850 bis zum „modernen“ mit Lametta und bunten Kugeln geschmückten Weihnachtsbaum der 1960er Jahre im Haus Peters kann man den Wandel des Weihnachtsfestes im Laufe der Jahrhunderte erleben. Die Weihnachtsbaum-Tradition setzte übrigens erst um 1800 ein – und zwar überwiegend in protestantischen Familien. Für die Katholiken war die Krippe das wichtigste Requisit. Die Krippen-Tradition geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück. Dieser stellte am 24. Dezember 1223 in Greccio eine Krippe mit einem lebendigen Ochsen und einem Esel auf. Die Darstellung der Geburtsszene Jesu geht indes bereits auf die Kaiserin Helena zurück, die im Jahr 335 eine Kirche in Bethlehem errichten ließ, die später mit der Szene bemalt wurde. Ab dem 16. Jahrhundert fand die Weihnachtskrippe eine europaweite Verbreitung.

 

Weihnachten in den 60er Jahren. (Fotot: Inga Sprünken)

Weihnachten in der Adventszeit

Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit. In ihrer heutigen Form geht sie auf das siebte Jahrhundert zurück. Papst Gregor legte vier bis sechs Sonntage für den römischen Ritus fest. In manchen Gegenden ist die Adventszeit noch heute sechs Wochen lang. Seit 1917 ist das Adventsfasten nicht mehr verpflichtend in der katholischen Kirche. In die Adventszeit fallen indes zahlreiche Bräuche wie der Adventskalender, der die verbleibenden Tage bis Weihnachten anzeigt und der lutherischen Kirche entspringt. Auch der Adventskranz wurde zuerst 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen Johann Hinrich Wichern (1808-1881) in Norddeutschland eingeführt. Es ging darum, den Straßenkindern im beginnenden Industriezeitalter die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen.

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