Dating im Hauptbahnhof

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Wer lernt heutzutage die Dame oder den Herrn seines Herzens überhaupt noch in einem Lokal kennen? Das ist doch viel zu altmodisch. Dating ist das neue prickelnde Hobby der Singles in der Zeit des schrankenlosen Internets. Und bis jetzt gab es da keine Probleme mit den unverbindlichen Treffen nach erster Kontaktaufnahme durch das Dating-Portal. Man verabredete sich einfach im Café oder in einem schönen Restaurant. Und das Beschnuppern konnte beginnen.

Treffpunkt an beiden Eingängen

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Als Treffpunkt dienen beide Eingänge des Hauptbahnhofes. (Foto: Lindemann)

Doch seit dem Lockdown ist das alles nicht mehr so einfach. Und so kam Michael auf die Idee, sich am Eingang des Kölner Hauptbahnhofes zu verabreden. Eine geniale Örtlichkeit für ein unverbindliches Treffen. Doch es kam ganz anders. “Als ich in der Nähe des Haupteingangs wartete”, berichtet der attraktive 55-Jährige, “traute ich meinen Augen nicht.” Denn wie das so im Leben geht: Gute Ideen haben auch andere. Und geschätzt warteten an die 20 Liebesleute auf ihre Verabredungen. Zum Glück hatte er genau beschrieben, wie er zu erkennen ist. Und irgendwann sprach ihn auch die Verabredung an. Denn mittlerweile ist auch bekannt, dass die Bilder in den Portalen oft künstlerischen Wert, jedoch nichts mit Realität zu tun haben. Ganz abgesehen von den Gewichts- und Altersangaben…

Bei Wind und Wetter geschützt

Nun könnte man denken, es war alles ein Zufall. Aber auch Thomas bestätigt diese Erfahrung. “Was soll man denn sonst tun?”, fragt er. Alles sei doch geschlossen. Im Hauptbahnhof sei es regensicher und man wäre bei Wind und Wetter geschützt. Thomas wohnt übrigens in Bonn. Seine Verabredung Gaby nennt noch einen weiteren wichtigen Grund für diesen Treffpunkt. “Man ist hier anonym, jedoch durch die Masse der Menschen geschützt.” Und das ist bei einem ersten Treffen auch sehr wichtig. Und die 50-Jährige berichtet, dass ihr erst kürzlich der Düsseldorfer Hauptbahnhof von einem Dating-Mann als Treffpunkt vorgeschlagen wurde.

Corona als praktische Ausrede

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Eine leckere Tasse Milchkaffee im Sitzen kann man fast nirgends mehr trinken. (Foto: Lindemann)

 

Gemeinsam kann man dann in der City spazieren gehen, wenn es passen könnte. “Gelangweiltes Rühren im Kaffee, wenn der neue Bekannte nur dummes Zeug redet, ist dann nicht möglich”, berichtet Gaby lachend. Die Treffen seien nun wegen Corona wesentlich zielgerichteter. Man würde eigentlich ja relativ schnell merken, ob die Chemie stimme – schmunzelt sie. Und allzu aufdringliche Vorschläge, man könne doch nach Hause gehen, weil es da viel gemütlicher sei, kann man wegen Corona abblocken. Und wenn man keine Lust auf weitere Treffen habe, dann sei der eher ungemütliche Bahnhof die perfekte Ausrede.

Neue Liebe für altes Geschirr

 

 

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